Tag 8: Goethe und die Hippies

Tag 8: Goethe und die Hippies

Willkommen im Goethe Institut San Francisco

In San Francisco ist niemand pünktlich. Die Abfahrtszeiten an den Bushaltestellen sind nur Richtlinien und einkaufen kann man rund um die Uhr. Es gibt also eigentlich keinen Grund zur Eile. Für uns heute schon, denn man erwartet uns im Goethe Institut. Also nichts wie los, marsch marsch und pünktlich in die 530 Bush Street Suite 204.

530 Bush Street, SF

Dort empfing uns Sabine Erlenwein, Leiterin des Goethe-Instituts San Francisco zu einer Führung und einem anschließendem Workshop zum Thema interkulturelle Aspekte des Auslandsjournalismus am Beispiel der Rolle von Religion im US-Wahlkampf. (Puh! Sagt das mal in einem Atemzug…)  Überraschender Weise waren wir eine Stunde zu früh – zumindest aus der  Sicht der Instituts-Leiterin. Anscheinend überträgt sich die Gelassenheit der Bay Area auch auf die zugezogenen Deutschen. Auf den dennoch pünktlich startenden Workshop haben wir uns im Vorfeld gut vorbereitet, um der Diskussion mit den geladenen Gästen, drei Auslandskorrespondenten aus der Bay Area, gewachsen zu sein. Der Einladung zum journalistischen Austausch sind der Radiojournalist des BR Peter Erlenwein, der Auslandskorrespondent des Stern-Magazins Karsten Lemm, und der freie Mitarbeiter verschiedender Magazine und Radiosender Arndt Peltner gefolgt. Während des Workshops haben uns die drei Journalisten Einblicke in ihre Arbeit gewährt und von ihren Erfahrungen berichtet (und wollten am liebsten gar nicht mehr aufhören. Jaja, wenn man uns Journalisten einmal eine Bühne bietet… ;-) ).

Interessante Einblicke in die Arbeit als Auslandskorrespondent

Für uns standen die interkulturellen Komeptenzen der Journalisten als Übersetzer von Sprache, Kultur und Gebräuchen ebenso wie die Fragen danach, warum der christliche Glaube im US-Wahlkampf eine viel größere Rolle spielt als in Deutschland und ob Objektivität im (Auslands-)Journalismus überhaupt möglich ist im Vordergrund. Auch der Einfluss der neuen Medien auf die Arbeit von Journalisten spielte in der geleiteten Diskussion eine Rolle. In lovely Memory of Thomas Gottschalk (wer ist denn eigentlich Markus Lanz?) haben wir den Workshop geschmeidig um dreißig Minuten überzogen. Das Warten aufs verspätete Lunch hat sich aber mehr als gelohnt: Karsten Lemm und Sabine Erlenwein haben uns nicht nur begleitet, sondern auch einen echten Geheimtipp verraten. Im Roof Garden einer Mall konnten wir uns gemeinsam mit Blick auf die Skyline San Franciscos entspannen und Burritos schlemmen. Das Resümee zum Workshop ist durchweg positiv und die Vorfreude auf den ersten freien Nachmittag riesengroß.

Blick nach oben. Gleich neben an liegt der Roof Garden.

Damit wir auch wirklich alle Touristenattraktionen gesehen und (mit mindestens fünf unterschiedlichen) Kameras fotografiert haben, sind wir nach dem Lunch zu den Painted Ladys aufgebrochen. Am Alamo Square angekommen, staunten einige von uns nicht schlecht. Von angemalten Damen war weit und breit nichts zu sehen. Dafür eine wunderschöne Häuserreihe im viktorianischen Stil, die aufgrund ihrer anrüchigen Vergangenheit zu ihrem Namen gekommen ist.

Vom Alamo Square ist das berühmt berüchtigte Hippieviertel Haigt-Ashbury nur einen Steinwurf entfernt. In den Straßen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Mit dem Geruch von Weed in der Nase wandeln wir benebelt von einer Vintage-Boutique in die andere und werden mit schrillen Outfits in Neonfarben konfrontiert, von denen einige sogar für einen Ausflug zum Kölner Karneval eindeutig zu gewagt wären. The Spirit of Woodstock never dies and keeps on in Haigt-Ashbury, San Francisco.

Für uns endete der Abend auf einer roten Plastikcouch in einem typischen American Diner mit Burger und French Fries. Auch die anderen haben die Stadt auf eigene Faust erkundet. Wer weiß was sie alles gesehen haben…

von Franziska S. und Dilek C.

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